Zahnzwischenräume
richtig reinigen
Wer nur putzt, lässt etwa 40 Prozent der Zahnoberfläche unberührt. Genau dort beginnt Karies am häufigsten — und genau dort entsteht die Entzündung, die später zu Zahnfleischrückgang führt.
Zwischen den Zähnen liegen rund 40 Prozent der Zahnfläche, an die keine Zahnbürste kommt. Für enge Zwischenräume eignet sich Zahnseide, für weitere Interdentalbürsten, für schwer zugängliche Stellen und um Zahnersatz herum die Munddusche. Einmal täglich reicht — am besten abends, weil nachts der Speichelfluss sinkt und Beläge ungestört arbeiten können.
Warum die Zwischenräume entscheidend sind
Ein Zahn hat fünf Flächen. Die Zahnbürste erreicht drei davon zuverlässig: außen, innen und die Kaufläche. Die beiden Flanken zum Nachbarzahn bleiben weitgehend unberührt — zusammen etwa 40 Prozent der gesamten Zahnoberfläche.
Dort ist es eng, feucht und dunkel. Bakterien finden ideale Bedingungen, und der Belag wird von der Zunge nicht abgewischt. Deshalb entsteht Karies zwischen den Zähnen besonders häufig, und deshalb beginnt auch Zahnfleischentzündung fast immer am Zahnfleischrand zwischen zwei Zähnen.
Die vier Hilfsmittel im Überblick
- Zahnseide — der klassische Faden. Reinigt durch direkten Kontakt, ideal bei engen Zwischenräumen. Erfordert Übung.
- Interdentalbürsten — kleine Bürstchen in verschiedenen Stärken. Bei weiteren Zwischenräumen wirksamer als Zahnseide, weil sie den Raum ausfüllen.
- Munddusche — pulsierender Wasserstrahl. Erreicht Stellen, an die weder Faden noch Bürstchen kommen, und ist in unter einer Minute durch.
- Zahnhölzer — nur als Notlösung unterwegs. Sie reinigen die Flanken nicht und können bei falscher Anwendung das Zahnfleisch verletzen.
Welches passt zu welchem Zwischenraum
| Zwischenraum | Bestes Hilfsmittel |
|---|---|
| Sehr eng, kein Bürstchen passt | Zahnseide |
| Mittel bis weit | Interdentalbürste in passender Stärke |
| Unter Brücken, um Implantate | Munddusche |
| Um Brackets einer Zahnspange | Munddusche |
| Zahnfleischtaschen | Munddusche, sanfte Stufe |
Die passende Stärke der Interdentalbürste bestimmt am besten die Zahnarztpraxis — zu dünn reinigt nicht, zu dick verletzt. Bei der Munddusche gibt es dafür vier Düsentypen für unterschiedliche Aufgaben.
Die richtige Reihenfolge
Es gibt keine allgemein verbindliche Reihenfolge, aber eine, die sich im Alltag bewährt hat:
- Zwischenräume zuerst — mit Faden, Bürstchen oder Munddusche. Grobe Reste sind damit raus.
- Dann putzen — zwei Minuten, sanft, mit fluoridhaltiger Zahnpasta.
- Ausspucken, nicht ausspülen — so bleibt das Fluorid länger an den Zähnen.
Der Vorteil dieser Reihenfolge: Die Zahnpasta gelangt beim Putzen in bereits gereinigte Zwischenräume, und das Fluorid wirkt dort, wo es gebraucht wird.
Fünf häufige Fehler
- Nur bei Bedarf — Zwischenraumpflege wirkt nur als tägliche Gewohnheit, nicht als gelegentliche Aktion.
- Zu viel Druck — Zahnseide gehört sanft an die Flanke, nicht ruckartig ins Zahnfleisch.
- Falsche Bürstchengröße — zu dünn bringt nichts, zu dick verletzt.
- Blutung als Abbruchgrund — anfängliche Blutung ist meist ein Zeichen bestehender Entzündung, kein Grund aufzuhören. Hält sie über zwei Wochen an, gehört sie abgeklärt.
- Nur vorne — die Backenzähne haben die engsten Kontakte und werden am häufigsten ausgelassen.
Fazit
Zwischenraumpflege ist kein Zusatz, sondern die andere Hälfte der Zahnpflege. Einmal täglich, mit dem Hilfsmittel, das zu Ihren Zwischenräumen passt — das ist wirksamer als jede Verbesserung an der Putztechnik.